KM in the AI era – Wissensmanagement im Zeitalter der KI: Bericht vom KnoweldgecCamp 2026

Am 8. und 9. Oktober 2026 fand das 22. KnowledgeCamp in Berlin statt. Auf dem Barcamp, das jährlich von der Gesellschaft für Wissensmanagement e.V. ausgerichtet wird, trifft sich die Wissensmanagement-Community, um über aktuelle Themen, Fragen und Trends zu diskutieren.

© GfWM / Logo des #gkc26

Das diesjährige KnowledgeCamp stand unter dem Motto „Knowledge and Co-CreationKM in the AI era“. In diesem Zusammenhang widmeten sich die Teilgebenden zwei Tage lang den folgenden Fragestellungen:

  • Grundlegende Fragen nach dem Zweck und der Bedeutung von Wissensmanagement und KI – Was soll Wissensmanagement leisten, und warum?
  • Analyse von Wissensprozessen, Wissensarbeit und Aktivitäten – Was kann KI konkret unterstützen, wo sind die Grenzen, und wie verändert sich die Arbeit?
  • Beitrag des Wissensmanagements für KI – Wie kann Wissensmanagement dazu beitragen, dass KI besser funktioniert (z.B. durch gute Datenqualität, Taxonomien, Wissensgraphen)?

Darüber hinaus konnte selbstverständlich alle Teilgebenden ihre eigenen Wissensmanagement-Themen platzieren und Diskussionsrunden zu diesen Themen anbeiten.
In diesem Beitrag berichte ich von meinen Impulsen und Highlights des diesjährigen Knowledge Camps:

Themen beim Knowledge Camp 2026

Auch 2026 gab es wieder eine Vielzahl an unterschiedlichen Themen, sodass für jeden Teilgebenden etwas dabei war. Insgesamt wurden 49 Sessions mit unterschiedlichen Themen angeboten. Wieder gab es so viele spannende Titel und hochkarätigen Referenten, sodass es nicht leicht viel, sich für eine Session zu entscheiden. Wie in den letzten Jahren üblich, gab es auch dieses Mal einen kuratierten Track mit festgelegten Beiträgen, und wieder konnten Vorab Session-Vorschläge eingereicht werden. Die letzten Session-Fenster wurden, wie im klassischen Barcamp üblich, an den beiden Tagen selbst erst vorgestellt und vergeben. Das Themenspektrum der einzelnen Sitzungen war wieder bunt gemischt. Schwerpunkte betrafen aber – wie das Motto schon deutlich machte – Diskussionen rund um die Themen KI-Einsatz im Wissensmanagement, und wie Wissensmanagement im Zeitalter von KI gestaltet werden kann.

Highlights beim #gkc26

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass jedes Barcamp ein Feuerwerk an Ideen und Impulsen bietet. So war es auch beim diesjährigen Knowledge Camp. Hier meine Gedankenperlen aus den beiden Tagen:

1. KI kann ein enormer Boost fürs Wissensmanagement sein.
KI verändert die Art, wie Wissensmanagement betrieben wird, stärker als je zuvor. Die Externalisierung und Erfassung von implizitem Erfahrungswissen kann mithilfe von KI-Tools stark vereinfacht werden. Nichtsdestotrotz bleibt selber denken und selber machen unerlässlich, auch um kognitive Fähigkeiten nicht zu verlieren.

2. Neben viel Hype um KI werden die kritischen Stimmen lauter.
Auch in der Wissensmanagement-Szene wird man zunehmend sensibler für die Risiken und negativen Auswirkungen, die KI mit sich bringen kann. Ein verantwortungsvoller Umgang ist daher wichtig. Trotz der hohen Affinität zum Teilen und Verteilen von Informationen und Wissen, achten Wissensmanager sehr auf Datenschutz und IT-Sicherheit

3. Führungskräfte mit ins Boot holen.
Für die erfolgreiche Etablierung von Wissensmanagement als auch für die Einfürhung von KI-Tools ist die Unterstützung des Management unerlässlich. Ob aber auch Wissensmanagement-Skills in die Weiterbildung von Führungskräften gehört, ist eine interessante Frage. Die Antwort konnte aber in einer Diskussionsrunde nicht abschließen geklärt werden.

4. KI-Einführung bedeutet Changemanagement.
In meiner eigenen Session zum Thema „Wie kann Wissensmanagement beim KI-Change unterstützen“, diskutierten wir in einer kleinen Runde, welche Basis Wissensmanagement für KI-Projekte haben kann. Als Einstieg stellte ich kurz das ADKAR-Modell vor, ein bekanntes Change-Modell zur Förderung von Veränderungen auf der menschlichen Ebene. Dabei steht das „K“ in ADKAR für „Knowledge“ – passend also fürs Wissensmanagement.
In Bezug auf KI war allen Diskutanten klar, dass jedes KI-Projekt einen Change bedeutet.
Auch in weiteren Sessions wurde das Thema Changemanagement immer wieder angesprochen.

5. Die wichtigsten Wissensperlen findet man beim gemeinsamen Gespräch in der Kaffeepause.
Auch dieses jahr war der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen wieder inspirierend und erhellend! In den Pausen zwischen den einzelnen Sessions und am Rande der Veranstaltung blieb wieder genug Zeit für den persönlichen Austausch und Gespräche. Wieder einmal war die Verpflegung großartig. Sowohl die traditionelle Pizza beim Get-together am ersten Veranstaltungsabend als auch das Catering über die beiden Tage verteilt, förderten die lockere Atmosphäre und sorgten für eine gute Stimmung. So konnten alte Bekanntschaften wieder aufgefrischt und neue Kontakte geknüpft werden.

Fazit: Wissensmanagement und KI – ein starkes Duo

Das zweitägige Barcamp hat deutlich gezeigt, dass Künstliche Intelligenz aus dem Wissensmanagement nicht mehr wegzudenken ist. Nicht als Ersatz, sondern vielmehr als Werkzeug, um Wissensmanagement einfacher zu gestalten, Wissensflüsse in der Organisation zu optimieren und die Wissensmanagement-Experten zu unterstützen. Nichtsdestotrotz bleibt gerade der menschliche Faktor fürs Wissensmanagement entscheidend. Denn Wissenstransfer lebt von gegenseitigen Interaktionen zwischen Wissensgebenden und Wissensnehmenden, die sich nur schwer durch Roboter und Maschinen nachbilden lässt. Dies zeigt, dass trotz KI Wissensmanagement-Experten weiterhin Relevanz haben und auch in Zukunft wichtig bleibt.


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