Erfolgreich das Jahr abschließen – mit persönlichen Retrospektiven deinen eigenen Jahresrückblick erstellen

Retrospektiven eignen sich nicht nur zur Reflektion von Sprints und Projekten. Eine persönliche Retrospektive am Ende eines Jahres sorgt für einen gelungenen Jahresausklang.

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Die ruhigeren Tage zum Ende des Jahres eignen sich nicht nur dazu, Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen. Sie bieten auch die perfekte Gelegenheit, um die letzten Monate zu reflektieren und das neue Jahr zu planen. Retrospektiven kennen wir aus Sprints und Projekten. Am Ende eines Sprints oder Meilensteines werden die gewonnenen Erkenntnisse im Team besprochen: Was lief gut? Was könnte beim nächsten Mal besser gemacht werden? Wo brauche ich noch Hilfe und Unterstützung? Retrospektiven sind aber nicht nur am Ende eines Sprints oder Projektes sinnvoll. Eine persönliche Retrospektive zum Ende des Jahres ermöglicht es, die eigenen Erfolge sichtbar zu machen, Verbesserungspotenziale zu identifizieren und erleichtert die Planung für das kommende Jahr.

Was sind Retrospektiven?

Eine Retrospektive (Rückblick oder Reflexion, kurz: Retro) ist ein strukturierter Prozess, bei dem ein Team oder Organisation nach dem Abschluss eines Projekts, eines Arbeitspakets oder einer bestimmten Zeitspanne (z. B. Sprint) zusammenkommt und darüber spricht, was gut funktioniert hat, was verbessert werden kann und welche Maßnahmen für die Zukunft getroffen werden sollten. Sie ist ein zentrales Instrument in der kontinuierlichen Verbesserung. Ihren Ursprung haben Retrospektiven in der agilen Methodik, insbesondere in Scrum und anderen iterativen Ansätzen. Dort werden sie regelmäßig eingesetzt, um Ergebnisse zu reflektieren und Optimierungsmöglichkeiten zu identifizieren. Im persönlichen Wissensmanagement dienen Retros dazu, das eigenen Handeln zu reflektieren. Genau darum geht es in diesem Beitrag.

Deine persönliche Retrospektive

Nimm dir ausreichend Zeit für deine persönliche Retro und suche dir einen Platz, an dem du ungestört bist und in Ruhe nachdenken und schreiben kannst. Zur Einstimmung ist es manchmal hilfreich zuerst einen ausgedehnten Spaziergang zu machen, um die Gedanken kreisen zu lassen. Wenn du zum Schreiben bereit bist, setzte dich hin und beantworte für dich zu den verschiedenen Bereichen in deinem Leben die folgenden vier Fragen:

  1. Was lief gut?
  2. Was lief schlecht oder könnte verbessert werden?
  3. Was habe ich aus der Erfahrung gelernt?
  4. Was werde ich als nächstes tun?

Die ersten drei Fragen sind klassischen Fragen einer Retrospektive. Die letzte Frage bietet ein Ausblick auf dein zukünftiges Handeln und kann dir wichtige Impulse für deine Planung des kommenden Jahres bieten.

Kategorien der Retrospektive

Deine persönliche Retro kann für ein oder mehrere Bereiche in deinem Leben durchgeführt werden. Vor Allem für die berufliche Reflektion werden sie genutzt. Typische Bereiche für Retrospektiven sind:

  1. Beruf
    1. Job allgemein
    1. Arbeitsteam
    1. Karriere und Weiterbildung
  2. Familie
  3. Partnerschaft
  4. Freundschaft
  5. Hobbies und Freizeit
  6. Finanzen
  7. Das persönliche Lebensziel

Erfahrungen und Ideen dokumentieren

Schreibe alle Ideen zu den vier Fragen in den jeweiligen Kategorien auf, die dir in den Sinn kommen. Lasse die Gedanken ruhig fließen, auch wenn sie Anfangs unsortiert und etwas wirr erscheinen. Sortieren kannst du deine Erkenntnisse später. Verwende für deine Notizen entweder ein klassische Notizbuch oder ein Online-Tool. Eine klassische MS Word-Datei oder ein persönliches Notizbuch in MS OneNote oder Notion ermöglichen die digitale Dokumentation. Wenn du möchtest, kannst du deine Notizen gerne mit visuellen Darstellungen anreichern. Das können z. B. kleine Sketchnotes und Zeichnungen in deinen gedruckten Notizen sein, oder das Einfügen von Bildern, Piktogrammen, Tabellen oder Icons in der Online-Version.

Erkenntnisse nutzen

Nutze die niedergeschriebenen Erkenntnisse und die geplanten nächsten Schritte für deine Jahresplanung. Überlege, wie du diese nutzen kannst, um aus deinen Fehlern zu lernen und dein Leben zu optimieren.

Dauer

Die Dauer für deine persönliche Perspektive hängt vom Umfang und den ausgewählte Kategorien ab. Oft reicht bereits eine Stunde aus, um reichliche Erkenntnisse zu sammeln. Möchtest du eine umfangreiche Bestandsaufnahme deines Lebens durchführen, kannst du dir auch eine Auszeit von einem halben oder einem ganzen Tag nehmen.

Follow-up

Um sicherzugehen, dass die Erkenntnisse aus deiner persönlichen Retro dich wirklich weitergebracht haben, lese dir alle drei Monate, deine Jahresend-Retro noch einmal durch und überprüfe, ob du die geplanten Schritte wirklich umgesetzt hast.

Fazit

Persönliche Retrospektiven sind dazu da, um das eigene Leben oder einzelne Bereiche zu reflektieren, Erkenntnisse zu erfassen und Pläne für Verbesserungen zu schmieden. Das Jahresende eignet sich besonders dazu, auf die letzten 12 Monate zurückzublicken und mit dem Vergangenen abzuschließen. Dies schafft eine gute Basis für ein tolles neues Jahr!


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